Driften kommt ursprünglich aus dem Rallyesport. Dort waren in der Anfangszeit vorwiegend heckgetriebene Fahrzeuge auf losen Schotterpisten unterwegs. Aufgrund der starken Motorleistung kam es beim Beschleunigen zum Übersteuern des Fahrzeugs, auch als Heckausbruch oder Querfahren bekannt.
Während die Rallyepiloten meist versuchten, die Seitwärtsbewegung des Fahrzeughecks möglichst bald wieder in eine schnellere Vorwärtsbewegung zu korrigieren, begannen im Japan der 70er-Jahre die ersten Motorsportler, sich auf das Querfahren zu spezialisieren – das Driften war geboren.
In Japan und Amerika gibt es bereits seit vielen Jahren große Drift-Meisterschaften, deren Sieger wie Formel 1-Fahrer verehrt werden. Spätestens seit dem Hollywood-Film "The Fast and the Furious – Tokio Drift" (2006) ist der Driftboom auch in Europa nicht mehr aufzuhalten.
Seit 2005 bietet der ÖAMTC in seinen Fahrtechnikzentren Drifttrainings für sportlich orientierte Autofahrer an. Die Teilnehmerzahlen bei diesem beliebten Training sind stark steigend – mittlerweile haben bereits über 1.000 Teilnehmer ein Drifttraining absolviert.
Aufgrund der großen Nachfrage veranstaltet der ÖAMTC seit drei Jahren jährlich auch eine Drift-Challenge am Wachauring in Melk, die sowohl national als auch international bekannt ist. Der Ruf nach der neuen Motorsport-Art "Driften" wurde immer lauter. Der ÖAMTC hat darauf reagiert und übernimmt nun auch in diesem Bereich die Vorreiterrolle.
Basierend auf dem Know-How, das in den vergangenen Jahren aufgebaut werden konnte, hält der ÖAMTC heuer in Zusammenarbeit mit der OSK (Oberste nationale Sportkommission für den Kraftfahrsport) zum ersten Mal eine eigene Driftmeisterschaft ab. Mit der „DUNLOP Drift Challenge Austria 2008“ ist Driften nun auch in Österreich offiziell anerkannte Motorsportart. Die Aktiven haben nun eine eigene Plattform, auf der sie sich den Fans und den Sponsoren präsentieren können.
Das Besondere an den Drift-Strecken in den ÖAMTC-Fahrtechnikzentren ist, dass nicht auf trockener Fahrbahn, sondern auf durchgehend bewässertem Asphalt, gefahren wird.
Dies hat mehrere Vorteile: Zum einen ist es umweltfreundlicher, da unnötiger Reifenqualm und lautes Reifenquietschen vermieden werden. Zum anderen reduziert sich dadurch auch den Reifenverschleiß erheblich und damit auch die finanzielle Belastung für die Teilnehmer.
Durch den geringeren Reibwert haben auch Fahrer leistungsschwächerer Autos gute Chancen auf den Meistertitel in ihrer Klasse.
Auf die Geschwindigkeit alleine kommt es beim Driften nicht an. Im Gegensatz zu „nomalen“ Autorennen geht es nicht um Rundenzeiten, sondern um die opitmale Fahrtechnik. Driften ist also eine Art Geschicklichkeitsbewerb. Das Ziel dieser neuen Motorsport-Disziplin ist die optimale Fahrzeugbeherrschung. Es gewinnt nicht der schnellste, sondern jener Fahrer, der sein Fahrzeug innerhalb der vorgegebenen Parameter am besten bewegt.
Die Bewertung erfolgt durch eine Fachjury, die unter anderem den erzielten Driftwinkel, die Driftgeschwindigkeit, die Kurvenlinie und die Fahrweise mit Punkten bewertet. Das Ergebnis wird dann nach dem "Best-of-Three"-System ermittelt. Das heißt, der beste von drei Läufen wird gewertet. Es gibt keine Streichresultate. Somit bleibt es bis zum letzten Durchgang spannend.
Um Chancengleichheit und einen spannenden Wettbewerb zu ermöglichen, wird das Starterfeld in sechs Klassen eingeteilt: Serienfahrzeuge bis 2,5 L und über 2,5 L Hubraum, Rennfahrzeuge bis 2,5 L und über 2,5 L Hubraum, sowie Allradfahrzeuge in Serien- oder Rennversion.